Regulierung als gewichteter Szenario-Zeitpfad
Der Bestandsschutz nach §118 EnWG ist eine staatliche Zusage — und Kapital wird gebunden, bevor feststeht, ob die Zusage hält. Bricht sie, wirkt der Bruch dauerhaft vorwärts auf die Cashflows ab dem Stichtag: eine bleibende Belastung auf den Netzbezug. Diesen Bruch behandeln wir nicht als Prognose, sondern als gewichteten Stresstest (25 %) auf einem Szenario-Zeitpfad — Befreiung, politische Verzweigung, zonale Preisebene als weitere Schicht.
In Zahlen: Bricht die Zusage, kostet das ~29 Mio. € Projektwert gegenüber dem Fortbestand — je Pfad gepaart gerechnet, weitgehend unabhängig davon, wo der Basiswert des Projekts liegt. Im wahrscheinlichen Fall bleibt es beim milden Kapazitätspreis (~7 €/kW/a). MEAG (Asset-Manager von Munich Re/ERGO) zeigt das Ausmaß: Spanien garantierte Solar-Einspeisevergütungen und kürzte sie Jahre später — Investoren wie die MEAG erlitten erhebliche Verluste auf zuvor profitable Portfolios. Ein staatlich zugesagter Vorteil, später entzogen — derselbe Mechanismus, den unser Stresstest beziffert.
Diese Fassung rechnet bewusst konservativ auf Day-Ahead-Preisen (Lizenz): P50 des Referenz-Assets liegt dort nahe null — 44,1 % der 1.000 Pfade positiv (TRC-Obergrenze, s. One-Pager). Entscheidungsgrundlage statt Punktschätzer: beide Äste getrennt beziffert, Downside als VaR ausgewiesen — Board-Vorlage vor FID. Die Intraday-Analyse (ID3) geben wir aus Lizenzgründen nur gedruckt weiter — sprechen Sie uns an.
Aktualisiert (14.07.2026): Dieser Beitrag ersetzt die Fassung vom 09.07. Eine Modellkorrektur vom 12.07.2026 in der Erlösberechnung (Vergütungskomponente Regelleistung) hat die absoluten Werte verändert.