BESS Investment-Analysen

Laufende quantitative Analysen zur Wirtschaftlichkeit von Batteriespeichern (BESS) unter sich ändernder Regulierung.

Chronologischer Verlauf — neueste Analysen oben.


Juli 2026

Regulierung als gewichteter Szenario-Zeitpfad

Der Bestandsschutz nach §118 EnWG ist eine staatliche Zusage — und Kapital wird gebunden, bevor feststeht, ob die Zusage hält. Bricht sie, wirkt der Bruch dauerhaft vorwärts auf die Cashflows ab dem Stichtag: eine bleibende Belastung auf den Netzbezug. Diesen Bruch behandeln wir nicht als Prognose, sondern als gewichteten Stresstest (25 %) auf einem Szenario-Zeitpfad — Befreiung, politische Verzweigung, zonale Preisebene als weitere Schicht.

In Zahlen: Der belegbare, milde Pfad kostet über die Laufzeit ~3,1 Mio. €; bricht die Zusage, sind es ~33 Mio. € — mehr als ein Drittel des Projektwerts (P50 ~84 Mio. €). In keinem der 1.000 Pfade wird das Ergebnis negativ (mathematische Obergrenze, TRC). MEAG (Asset-Manager von Munich Re/ERGO) zeigt das Ausmaß: Spanien garantierte Solar-Einspeisevergütungen und kürzte sie Jahre später nachträglich — Investoren wie die MEAG erlitten erhebliche Verluste auf zuvor profitable Portfolios. Ein staatlich zugesagter Vorteil, später entzogen — derselbe Mechanismus, den unser Stresstest beziffert. Finanzierbar bleibt das Projekt in beiden Welten — der Unterschied liegt in den Konditionen.


Juni 2026frühere Fassung

FID-Cutoff: §118-Bestandsschutz und die Investitionsentscheidung

Bestandsschutz nach §118 EnWG gibt es nur mit finaler Investitionsentscheidung (FID) vor Inkrafttreten der AgNes-Festlegung. Der Engpass ist nicht der Erlös, sondern die FID-Reife vor dem Fenster. Statt einer einzelnen Zahl liefert die Analyse eine Verteilung (P5/P50/P95 aus 1.000 Monte-Carlo-Pfaden) — den De-Risking-Nachweis, den eine Bank braucht.

Methodisch wird Regulierung (künftig auch weitere Treiber) als Abfolge von Szenarien entlang der Zeitachse abgebildet: Die Wechsel-Stichtage sind fix definiert (bei drei Szenarien also zwei Wechsel). Je Phase steht entweder ein festes Szenario — die deterministische Abfolge ist der Standardfall — oder, wo die Zukunft unsicher ist, mehrere Szenarien, die nach vorgegebenen Eintrittswahrscheinlichkeiten gezogen werden (Stresstest). Aktuell sind regulatorische Szenarien umgesetzt; ökonomische (etwa ein mehrjähriger Inflationsschock) folgen.


April 2026Archiv · überholt

BESS-Investmentanalyse unter regulatorischer Unsicherheit

Quantifizierung des §118-Auslaufrisikos: Die Bankfähigkeit von Standalone-BESS fällt von 65 % auf unter 15 %. Dieser Stand spiegelt April 2026 und ist durch die BNetzA-Festlegung vom 27.05.2026 (FID-Cutoff/AgNes) teilweise überholt — AP1/AP2 werden nicht weiterverfolgt.